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75-Jahr-Feier des Tiroler Jägerverbandes

Am vergangenen Samstag feierte der Tiroler Jägerverband sein 75-jähriges Bestehen im barocken Schloss Ambras bei Innsbruck. Dieser besondere Anlass vereinte Tradition, Jagdleidenschaft und zukunftsorientierte Visionen in einer beeindruckenden Veranstaltung, voll.wild war dabei.

Schon beim Betreten des Schlossparks waren die Klänge von Jägdhörnern zu vernehmen. Verschiedene Bläsergruppen hatten bereits im Innenhof Aufstellung genommen und sorgten für eine festliche Atmosphäre und verkürzten ganz vortrefflich die Wartezeit auf den Beginn des Festaktes. Um 16 Uhr war es dann soweit, die Versammlung hatte gerade im prunkvollen Spanischen Saal Platz – umgeben von barocken Wandgemälden und Jagdtrophäen – platzgenommen, als die Fahnenabordnungen unter den Klängen der Original Tiroler Kaiserjägermusik einzogen.

Begrüßung durch den Landesjägermeister: Die Jagd ist nicht ’nice to have‘

Nun folgte die Begrüßung durch den Landesjägermeister, Anton Larcher. In seiner Ansprache betonte dieser, dass die Jagd ein wesentlicher Teil der Tiroler Identität sei und eine unverzichtbare Rolle im Naturschutz spiele.

„Die Jagd ist nicht ’nice to have‘ oder ein zeitgeistiger Freizeitverein. Sie ist kein Sport und schon gar kein Hobby. Die Jagd in Tirol in all ihren Facetten ist ein Teil unserer Identität und unverzichtbar, wenn es um den Schutz, die Verteidigung und den Erhalt unseres Lebensraumes geht,“ erklärte Larcher.

Er hob hervor, dass die Jagd kein bloßer Freizeitverein ist, sondern ein Partner der Land- und Forstwirtschaft und ein wichtiger Akteur im Artenschutz und bei der Habitatpflege.

Larcher wies auch darauf hin, dass die Jagd ein gesellschaftlicher Schmelztiegel sei, der nicht polarisiert werden sollte.

„Wir brauchen sie alle, die großen finanzkräftigen Pächter, die Berufsjäger, die Aufsichtsorgane, die Jagdgesellschaften und die Jagdhelfer,“ betonte er. „Hier einen Keil in die Gruppe der Jäger und Jägerinnen treiben zu wollen, ist unstatthaft und wird auch nicht funktionieren. Denn Jagd in jeder Ausprägung ist Verantwortung und kann nur funktionieren, wenn es verantwortungsbewusste Menschen sind, die zur Jagd gehen.“


Schloss Ambras: Ein Ort voller Geschichte und Jagdtradition

Einen faszinierenden historischen Einblick in die Geschichte des Schlosses und des Spanischen Saales bot die Direktorin von Schloss Ambras, Dr. Veronika Sandbichler.

Schloss Ambras bei Innsbruck ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern gilt laut Eigendefinition auch als das älteste Museum der Welt. Nach dem Tod der letzten Görzerin, Gräfin Margarete von Tirol, fiel die Burg 1363 an die Habsburger. Kaiser Maximilian I. nutzte sie als Jagdschloss und insbesondere der Renaissancefürst Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595) verwandelte Ambras in ein Prunkschloss.

Ab 1570 ließ er das sogenannte Ambraser Unterschloss errichten, eine selbständige Anlage in Form eines unregelmäßigen Fünfecks. Dieser Bau war einer der frühesten, der explizit als Museumsgebäude konzipiert wurde, was ihn zu einem Pionierbau der Museumsgeschichte macht. Eine Federzeichnung des Hofmalers Joris Hoefnagel aus dieser Zeit belegt, dass der Begriff „Museum“ bereits zu Lebzeiten Ferdinands II. verwendet wurde. Zunächst nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, bot es aber schon zu Lebzeiten Ferdinands II. entgeltliche Führungen an.

Ferdinand II. sammelte darin systematisch Rüstungen berühmter Persönlichkeiten seiner Zeit und präsentierte diese in der sogenannten Heldenrüstkammer. Dies war verbunden mit dem Armamentarium Heroicum, einem Prachtbuch, das die Biographien und Darstellungen der „Helden“ enthielt. Diese innovative Sammlungsidee machte Ferdinand II. zum Begründer des systematischen Sammlungswesens. Seine Kunst- und Wunderkammer war ebenfalls systematisch geordnet, nach Materialien und inhaltlichen Gesichtspunkten.

Zwischen 1569 und 1572 ließ Erzherzog Ferdinand II. den „Großen Saal“, heute bekannt als Spanischer Saal, errichten. Der Repräsentationssaal gilt als einer der schönsten freistehenden Saalbauten der Renaissance und ist bekannt für seine aufwändige Holzarbeit und die malerischen Gestaltungen, darunter 27 ganzfigurige Porträts Tiroler Landesfürsten. Diese Gemälde, ursprünglich von Giovanni Battista Fontana, wurden im 19. Jahrhundert restauriert und rekonstruiert. Der Saal bietet durch seine Gestaltung und Dekoration mit Hirschgeweihen und weiteren Jagdtrophäen eine festliche Atmosphäre und ist ein bedeutendes Beispiel für die Pracht der Renaissancezeit und die Jagdleidenschaft der Habsburger.

Als Tirol nach 1665 nicht mehr Sitz eines Landesfürsten war und weitgehend der höfischen Repräsentation entzogen wurde, diente das Schloss bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unterschiedlichen Zwecken wie Truppenquartier und Militärspital. Zuletzt war es bis 1842 Kaserne, ehe das Schloss im 19. Jahrhundert unter dem Statthalter von Tirol, Erzherzog Karl Ludwig, wieder für Wohnzwecke ausgebaut wurde. Das Museum k.k. Ambraser Sammlungen wurde 1880 eröffnet.

Nach der Abschaffung der Monarchie fiel Ambras 1919 mit dem Habsburgergesetz an die Republik Österreich. Das Land Tirol hatte zwar seine Ansprüche auf das Schloss und die Ambraser Sammlungen als ehemals kaiserlicher Besitz geltend gemacht, was jedoch durch das Denkmalamt zurückgewiesen wurde, u. a. damit sich nicht Italien Teile der Sammlung im Namen des annektierten Südtirols einverleiben konnte. 1922 wurde das Museum wiedereröffnet, nachdem die 1913 begonnenen Umbauten wegen des Ersten Weltkriegs eingestellt werden mussten.

Ansprachen und Visionen

Nun waren die Vertreter aus Politik und Gesellschaft an der Reihe dem Tiroler Jägerverband zum Jubiläum zu gratulierten. Ein zentrales Thema der Grußworte war das Management des Wolfs und die Herausforderungen, die dieses Großraubtier mit sich bringt. Max Mayr-Melnhof, Präsident von Jagd Österreich, und der Bundeslandwirtschaftsminister Norbert Totschnig hoben die Bedeutung einer professionellen jagdlichen Öffentlichkeitsarbeit hervor. Zur Förderung dieser Bestrebungen wird nach deutschem Vorbild eine Österreichische Wildtierstiftung gegründet, die sich für die Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit einsetzen soll.

Der Bundesminister rief zudem dazu auf, Jagd-Influencer stärker in die Öffentlichkeitsarbeit einzubeziehen, um die Rolle und den Stellenwert der Jagd breiter in der Bevölkerung zu verankern.

Zwischendurch bereicherten die Tiroler Kaiserjäger die Festversammlung mit jagdlichen Musikstücken, darunter eine hervorragende und feurige Interpretation des Jägerchores aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber und „Auf der Jagd“ von Johann Strauss II.

Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler drückte schließlich die Wertschätzung des Landes Tirol gegenüber der Jägerschaft aus und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit, um den Herausforderungen des Klimawandels und der Rückkehr der Großraubtiere zu begegnen.

„Die Jagd hat in Tirol seit jeher eine besondere Bedeutung. Die Fähigkeiten und das Wissen der Jägerschaft sind für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts und die nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ressourcen von großem Wert,“ sagte Geisler.


Ein Abend voller Genuss

Nach der hochkarätig organisierten Festveranstaltung lud der Tiroler Jägerverband zu einem „Schüsseltrieb“ ein, bei dem köstliche Wildspezialitäten serviert wurden. Es war ein gelungener Abschluss eines Tages, der die reiche Tradition der Tiroler Jagd feierte und gleichzeitig den Blick in die Zukunft richtete.

Fazit

Die 75-Jahr-Feier des Tiroler Jägerverbandes im Schloss Ambras war ein eindrucksvolles Ereignis, das die Bedeutung der Jagd für die Tiroler Kultur und Identität unterstrich. Die Veranstaltung zeigte, wie Tradition und moderne Herausforderungen in Einklang gebracht werden können, um die Zukunft der Jagd zu sichern.

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