Auf der Jagd nach Gams und Hirsch in den Kärntner Alpen
Die Bergjagd hat etwas Faszinierendes – eine Mischung aus körperlicher Herausforderung, Naturverbundenheit und unvergesslichen Momenten. Genau das durfte ich kürzlich in Kärnten erleben, als ich gemeinsam mit meinem Jagdfreund Christoph in die majestätischen Berge aufbrach, um eine mehrtägige Jagd durchzuführen. Hier erzähle ich euch von den Herausforderungen, Erfolgen und Momenten der Demut, die diese Tour ausmachten.
Die unglaublichen Bilder dieser Jagd können wir ebenfalls mit euch teilen und zwar auf Hunt on Demand – einfach dem Link folgen und den Einblick in die Herausforderung der Jagd im Gebirge erleben.
Der Aufstieg: Der Weg ist das Ziel
Unser Abenteuer begann mit einem Probeschuss. Nach einer langen Fahrt einfach eine Pflicht, um die Gewissheit zu haben, einen sicheren Schuss, insbesondere bei den unvorhersehbaren Distanzen der Gebirgsjagd, antragen zu können. Mit Rucksäcken und Waffen beladen starteten wir anschließend den langen Aufstieg zu unserem Jagdrevier. Der Marsch führte uns Höhenmeter um Höhenmeter durch dichte Wälder, vorbei an Bergwiesen und Alpenpflanzen, die diese einzigartige Landschaft so prägen. Jeder Schritt brachte uns näher an die Wildtiere, auf deren Anblick wir hofften.
Die Höhenmeter forderten uns, aber der erste Ausblick von einem Hochsitz aus, der einen Panoramablick über die umliegenden Steilhänge bot, war den Aufwand wert. Die Anstrengungen des Aufstiegs waren aber schnell vergessen, als wir kurz darauf schon das erste Stück Rotwild in Anblick bekamen. Dabei überkam uns eine Mischung aus Vorfreude und Ehrfurcht vor der Natur, die uns umgab.
Der erste Anblick und das Glück der Jagd
In der malerischen Umgebung der Kärntner Alpen, umgeben von Bergen und Tannen, entdeckte ich bald ein junges Rotwildkalb, das sich vorsichtig aus dem Dickicht herausschlich. Und damit begann die Spannung: Plötzlich tauchte Rotwild auf beiden Seiten der Berghänge auf. Allerdings war es noch zu weit entfernt für einen gezielten Schuss.
Das Warten auf den perfekten Moment gehört zur Jagd dazu – ein Test der Geduld, den jeder Jäger kennt. Schließlich näherte sich im dichten Fichtenbestand vor uns ein Rotwildspießer, aber ich konnte ihn zunächst überhaupt nicht entdecken. Erst nach gutem Zureden des Pirschführers und nach einem Blick durch Christophs Kamera, war es mir möglich ihn ordentlich anzusprechen. Ich hatte zu lange gebraucht. Schon zog er wieder in den Einstand zurück, aber nur um wenig später auf der anderen Seite wieder hervorzutreten. Nicht lange gezögert nun und ich ließ die Kugel fliegen. Gut zeichnend sprang er hangabwärts und verendete im dichten Fichtenbestand.
Die Bergung: Eine physische Herausforderung
Nach dem erfolgreichen Schuss begann die nächste Herausforderung: die Bergung. Christophs treuer Dackel Poldi leistete uns dabei hervorragende Dienste. Schnell hatte er die Witterung aufgenommen und führte uns zum Stück. Doch die tatsächliche Bergung erforderte all unsere Kraft. Ein 50 kg schwerer Spießer durch den steilen, dichten Wald zu transportieren ist kein leichtes Unterfangen. Nach einer Stunde hartem körperlichen Einsatz schafften wir es, den Hirsch ins Tal zu bringen.
Im Tal angekommen, warteten bereits andere Jagdkollegen auf uns. Bei einem Glas Wein ließen wir den Tag ausklingen, erzählten Jagdgeschichten und zollten dem erlegten Stück den nötigen Respekt – ein Moment des Innehaltens, der die Verbundenheit zur Natur und zur Jagd zelebriert.
Regen und Wind: Der zweite Tag der Jagd
Nach einer kurzen Nacht starteten wir am nächsten Morgen erneut. Das Wetter hatte sich verändert: Regen und Wind setzten uns zu. Auch ein Augustmorgen kann im Gebirge recht unangenehm werden. Trotzdem ließen wir uns nicht davon abhalten und setzten die Pirsch fort. Diesmal führte Christoph die Waffe, während ich die Kamera übernahm, um die Erlebnisse festzuhalten.
Plötzlich stand ein Rudel Gamswild vor uns. Christoph nutzte die Gelegenheit sofort. Er richtete sich ein, wartete bis das passende Stück breit stand und drückte ab. Diana war uns gnädig und so kam eine junge Gamsgeiß mit einem sauberen Schuss zur Strecke. Die Freude war groß – nicht nur über den Jagderfolg, sondern auch darüber, die Natur in ihrer reinsten Form erlebt zu haben. Die Berge, das Wetter, die Tiere – all das macht die Jagd in den Bergen zu einem einzigartigen Erlebnis.
Ein Erlebnis für die Ewigkeit
Unsere Tage in den Kärntner Bergen waren voller Herausforderungen, aber auch voller unvergesslicher Momente. Die Jagd in den Alpen hat ihre eigenen Gesetze und erfordert eine tiefe Verbundenheit zur Natur, Geduld und Geschicklichkeit. Genau das macht sie so besonders und wertvoll. Die Dankbarkeit und Demut, die ich beim letzten Abschied von den Bergen empfand, war unbeschreiblich.
Wenn du noch tiefer in die Erlebnisse unserer Jagd eintauchen möchtest, dann schau dir unbedingt den kompletten Film „Bergjagd in Österreich“ auf Hunt on Demand an. Dort kannst du hautnah miterleben, wie die Bergjagd abläuft und welche Herausforderungen sie mit sich bringt.
