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Über ein besonderes Jagderlebnis eines Jungjägers

Jagd ist für mich #Naturerlebnis und als #Jungjäger durfte ich dieser Tage ein für mich ganz besonderes Schauspiel beobachten. 🌿

Als ich vor einigen Tagen mit einem Jagdkameraden zum gemeinsamen Ansitz aufbrach, entschieden wir uns kurzfristig aufgrund der Windverhältnisse einen anderen Hochstand zu besetzen als geplant. 🌬

Das Wetter war herrlich maienhaft und die Pirsch zum Hochstand ein #Genuss aufgrund der würzigen #Waldluft und der durch die Blätter einfallenden #Abendsonne. Wie im Bilderbuch. 🌲

Als wir am Hochstand ankamen und ich mich daran machte aufzubaumen, sprang plötzlich eine Rehgeiß ab, die offenbar nahe der Salzlecke im Dickicht stand und von uns nicht gesehen wurde. Mit weiten Sprüngen entfernte sie sich von der #Kirrung, aber ich dachte mir schon: die kommt wieder. 🦌

Nachdem wir uns in der Kanzel eingerichtet hatten, war es um uns herum eine gute Stunde komplett ruhig und wir genossen die #Waldeinsamkeit, bis ich aus dem Augenwinkel links hinter uns eine Bewegung wahrnahm. Weiter unterhalb des Standes war eine Geiß Richtung Forstweg gezogen und verharrte dort wie angegossen. War es die von vorhin?

Es war leider kaum zu erkennen, weil der Stand den Blick hinunter nicht wirklich bot. Nichtsdestotrotz versuche ich sie im Blick zu behalten, bis mein Jagdkamerad plötzlich Richtung Kirrung deutete. Eine Geiß war von links, vorsichtig und ständig sichernd, an die Kirrung herangezogen, genau aus der Richtung wo die eine zuvor abgesprungen war. Gut, das musste sie wohl sein: sie war offensichtlich wieder da.

Durchaus etwas aufgeregt begannen wir mit dem Ansprechen des alleine ziehenden Stückes und die Frage erörternd: ist es eine Schmale oder nicht? Licht war noch ausreichend vorhanden, aber Verhalten sowie Bauchwölbung ließen uns darauf schließen, dass sie beschlagen war und somit war für mich klar: der Finger bleibt gerade.

Ständig nach allen Seiten sichernd begann die Geiß zu äsen und wir erfreuten uns bis in die hereinbrechende Nacht dieses Anblickes. Als es dann aber schon ordentlich finster war, hörte man plötzlich Bewegung im Unterholz und wir hofften auf eine Rotte Sauen. Es war dann aber ein Marder der quer über die Kirrung huschte und gleich wieder in der Dickung verschwand. Unsere Hoffnung war aber nicht vergebens. Wenige Minuten später war wieder Bewegung zu hören und diesmal konnten wir uns sicher sein: es waren #Wildschweine, 4 Stück die gemächlich den Hang herab Richtung Kirrung zogen und man merkte ihnen die Vorsicht die sie dabei walten ließen deutlich an.

So dauerte es für uns gefühlte Ewigkeiten, bis sie endlich an der Kirrung ankamen und mit dem Brechen begannen. Was für ein Anblick – wir Jungjäger durften dieses Spektakel, das freudige und lautstarke Brechen, die Drängeleien und das Sozialverhalten der 4er Rotte zum allerersten Mal beobachten. Die anfängliche Vorsicht hatten die #Schwarzkittel offensichtlich nach kurzer Zeit hinter sich gelassen und es gab im Grunde kein halten mehr. Das Nachtsichtgerät des Kameraden bot dabei wirklich traumhafte Bilder, welche ansonsten von der Finsternis der Neumondnacht verschluckt worden wären.

Aus der Ferne hörten wir, dass Jagdkameraden derweil #Waidmannsheil hatten. Die Sauen störte dies nicht. Auch als der Wagen der Jagdkameraden wenig später den Forstweg unterhalb passierte und das Motorengeräusch in der Stille der Nacht laut anschwoll und zu uns heraufdrang machten die Sauen keine Anstalten ihr Festmahl zu unterbrechen.
Selbst einige unvorsichtige Bewegungen in der Kanzel ließen die Sauen kaum aufmucken. Erst eine plötzlich heranziehende Schmalgeiß störte die Szenerie. Plötzlich standen die Sauen wehrhaft und Schulter an Schulter an der Kirrung und das junge Rehlein wusste wohl nicht wie ihm geschah und war vor Schreck schnell wieder abgesprungen.

Was für ein Schauspiel! Die Batterie des Nachtsichtgerätes hatte inzwischen auch seinen Geist aufgegeben und nun blieben uns nur mehr unsere Ohren, um das Geschehen zu verfolgen. Im Hintergrund hörte man dazwischen auch immer wieder einen #Rehbock schrecken.
Mehr Naturerlebnis geht nicht. Wir überlegten schon, ob wir die Nacht auf der Kanzel verbringen würden, da die #Schwarzkittel keine Andeutung machten, von ihrem Mahl zu lassen und so verging die Zeit bis kurz vor Mitternacht, als sie sich dann doch entschieden weiterzuziehen. Mit entsprechender Technik wäre nun der Moment gekommen, um unseren Jagdauftrag zu erfüllen. Da wir für die #Nachtjagd aber noch nicht entsprechend ausgerüstet sind, blieb es an dem Abend aber beim reinen Beobachten, was unser Glück des Abends aber keinesfalls geschmälert hat.

Ich freue mich schon auf die nächsten Naturerlebnisse und hoffe natürlich auf ähnlich viel Action wie wir es an diesem Abend beobachten durften.

In diesem Sinne: Servus und Waidmannsheil!

Text Erstveröffentlicht unter https://www.instagram.com/p/CdNqwR4s1pc/?igsh=OGl6azhwdGlhd2hk

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